Digitalen Produktpass erstellen: Schritt für Schritt, mit Vorlage
Einen Digitalen Produktpass erstellst du in sechs Schritten: Rolle und Produktgruppe klären, Daten sammeln, eine Kennung festlegen, den Pass anlegen, den QR-Code ans Produkt bringen und den Pass im Shop zeigen. Jeder Schritt unten erklärt zuerst das Vorgehen unabhängig vom Werkzeug und danach den Weg in Mapasso. Die CSV-Vorlage am Ende enthält alle Angaben, die du für den Import brauchst, mit einem ausgefüllten Beispiel.
Schritt 1: Rolle und Produktgruppe klären
Bevor du Daten sammelst, kläre zwei Fragen. Bringst du das Produkt unter eigener Marke in Verkehr, oder verkaufst du Ware anderer Marken? Und zu welcher Produktgruppe gehört es?
Die Rolle entscheidet, wer den Pass erstellt. Verkaufst du fremde Ware, muss dir der Hersteller den Datenträger kostenlos liefern, und du zeigst den Pass in deinem Shop an. Einen eigenen Pass musst du nicht anlegen, außer du führst die Ware selbst in die EU ein. Verkaufst du unter eigener Marke, erstellst du den Pass selbst. Was das jeweils kostet, steht im Artikel Was ein Digitaler Produktpass kostet.
Die Produktgruppe entscheidet, wann der Pass Pflicht wird und was hineingehört. Für Batterien gilt er ab 18. Februar 2027. Für Textilien wird er in der EU voraussichtlich nicht vor 2029 Pflicht, welche Angaben genau hineinmüssen, legt erst der Rechtsakt fest. Die Zeitpläne je Gruppe stehen unter Digitaler Produktpass: ab wann Pflicht?, die Grundlagen unter Was ist ein Digitaler Produktpass?
In Mapasso wählst du beim Anlegen eine Branche, etwa Textil und Mode. Danach richtet sich, welche Felder der Pass abfragt.
Schritt 2: Daten sammeln
Für einen ersten Pass bei Textilien brauchst du je Produkt diese Angaben:
- Material, mit dem Anteil jeder Faser in Prozent
- Herkunftsland und Produktionsort
- Hersteller mit Anschrift und Kontakt
- Pflegehinweise
- Hinweise zur Reparatur
- Hinweise zu Recycling und Rücknahme
Vieles davon hast du schon: auf dem Pflegeetikett, in der Produktbeschreibung oder in den Unterlagen deiner Lieferanten. Was fehlt, fragst du am besten mit der nächsten Bestellung ab, zum Beispiel Faseranteile und den Ort der Konfektion. Leg den Pass mit den Angaben an, die du hast, und ergänze den Rest, sobald er da ist.
In Mapasso legst du Materialien und Lieferanten einmal als Stammdaten an und ordnest sie jedem Pass zu. Änderst du ein Material dort, gilt die Änderung für alle Pässe damit. Stehen Angaben schon in Produkt-Metafeldern deines Shops, wählst du in den Einstellungen unter „Metafelder übernehmen“, welches Metafeld welches Pass-Feld beim Anlegen vorbefüllt.
Schritt 3: Kennung festlegen
Jeder Pass braucht eine eindeutige Kennung, über die man ihn findet. Die GTIN, also die Nummer unter dem Strichcode, ist dafür eine verbreitete Wahl. Verkaufst du unter eigener Marke, vergibst du die GTIN selbst. Verkaufst du Ware anderer Marken, übernimmst du die GTIN des Herstellers. Woher du GTINs bekommst und was sie kosten, steht unter GTIN für den Digitalen Produktpass.
In Mapasso kommt die GTIN aus dem Barcode-Feld deiner Produkte in Shopify. Aus ihr entsteht die Adresse des Passes nach GS1 Digital Link, zum Beispiel mapasso.de/01/09524524553411 für unser Musterprodukt.
Schritt 4: Pass anlegen
Den Pass legst du einzeln an oder für viele Produkte auf einmal. Bei einem Sortiment mit vielen Artikeln lohnt sich eine Tabelle: eine Zeile je Produkt, eine Spalte je Angabe. Diese Tabelle kannst du später auch als Datei an Lieferanten oder Kollegen geben.
In Mapasso hast du drei Wege:
- Einzeln: „Neuen Pass erstellen“, Produkt wählen, Angaben eintragen.
- Viele auf einmal: In der Produktliste die Produkte markieren und „Pässe anlegen“ wählen. Branche, Herkunftsland und Lieferant gelten dann für alle markierten Produkte.
- Per CSV: Unter „Pässe aus CSV importieren“ lädst du die ausgefüllte Vorlage von unten hoch. Die App zeigt eine Vorschau mit allen Zeilen, bevor sie die Pässe anlegt.
Jeder neue Pass ist zunächst ein Entwurf. Erst wenn du ihn veröffentlichst, ist er unter seiner Adresse erreichbar. Veröffentlichen kannst du auch mehrere Pässe auf einmal.
Schritt 5: QR-Code ans Produkt
Der QR-Code führt vom Produkt zum Pass. Er kann auf das eingenähte Etikett, einen Hangtag, die Verpackung oder eine Beilage. Wichtig ist, dass er gut lesbar ist und am Produkt bleibt, solange es genutzt wird. Wie groß der Code sein muss und was um ihn herum frei bleibt, steht unter QR-Code für den Digitalen Produktpass gestalten. Beispiele von Marken zeigt Digitaler Produktpass am Produkt.
In Mapasso lädst du den QR-Code im Pass als SVG für den Druck oder als PNG für Web und Etiketten-Programme herunter. Der Code ändert sich nicht, wenn du Angaben ergänzt oder korrigierst. Du druckst ihn einmal, und er zeigt immer den aktuellen Stand.
Schritt 6: Pass im Shop zeigen
Im Onlineshop sehen deine Kunden das Produkt, bevor sie es in der Hand halten. Deshalb gehört ein Link zum Pass auf die Produktseite. Was Onlinehändler dabei beachten, steht unter Digitaler Produktpass im Onlinehandel.
In Mapasso zeigt ein Block auf der Produktseite Link und QR-Code zum Pass. Die App setzt ihn per Klick in deinen Theme-Editor, ohne dass du Code anfasst, du klickst dort nur noch auf Speichern.
Fehler, die beim ersten Pass oft passieren
- Der QR-Code ist zu klein oder sitzt zu dicht am Rand. Dann scannt ihn kaum ein Handy. Plane den Code mit, bevor du Etiketten bestellst, und lass um ihn herum Platz frei.
- Die Adresse im Code ändert sich später. Hängt der Code an einer Adresse, die du beim Wechsel der Software oder des Shops verlierst, musst du alle Etiketten neu drucken. Achte darauf, dass jeder Pass eine feste Adresse hat.
- Eine fremde GTIN für die eigene Marke. Die GTIN eines Lieferanten gehört zu dessen Produkt. Verkaufst du unter eigener Marke, brauchst du eigene Nummern.
- Alles auf einmal. Wer erst alle denkbaren Angaben sammeln will, fängt nie an. Ein Pass mit Material, Herkunft, Pflege und Recycling ist ein guter Start, den du laufend ergänzt.
- Der Pass ist nur ein PDF. Ein PDF hinter dem QR-Code ist schnell gemacht, erfüllt aber nicht, was ein Pass leisten muss.
Die Vorlage
Die Vorlage enthält die Spalten, die der CSV-Import von Mapasso liest, und eine ausgefüllte Zeile mit unserem Musterprodukt. Trenner ist das Semikolon, so öffnet Excel die Datei in Deutschland direkt in Spalten. Du kannst sie auch ohne Mapasso nutzen, um Daten zu sammeln.
| Spalte | Was hinein gehört | Beispiel |
|---|---|---|
| product_name | Name des Produkts | T-Shirt Porto |
| gtin | GTIN des Produkts | 9524524553411 |
| shopify_product_id | ID des Produkts in Shopify, darf leer bleiben | |
| industry | Branche, für Textil textile | textile |
| manufacturer_name | Hersteller | Mapasso Demo |
| manufacturer_address | Anschrift des Herstellers | Musterstraße 1, 10115 Berlin |
| manufacturer_contact | E-Mail oder Webadresse | [email protected] |
| production_date | Herstellungsdatum als JJJJ-MM-TT, darf leer bleiben | |
| production_location | Produktionsort | Porto, Portugal |
| care_instructions | Pflegehinweise | Waschen bei 30 °C, auf links. |
| repair_info | Hinweise zur Reparatur | Lose Nähte über den Reparaturservice nähen lassen. |
| recycling_info | Hinweise zu Recycling und Rücknahme | Über die Altkleidersammlung abgeben. |
Das Material steht nicht in der Vorlage. Du legst es in Mapasso einmal an und ordnest es den Pässen zu, so musst du Faseranteile nicht in jede Zeile schreiben. Die Vorlage zeigt, was Mapasso heute importiert. Welche Angaben für Textilien Pflicht werden, legt erst der Rechtsakt fest.
Wie ein fertiger Pass für Kunden aussieht, zeigt unser Muster-Pass mit genau diesen Angaben.
Häufige Fragen
Reicht ein PDF mit QR-Code?
Nein. Was ein Pass erfüllen muss, steht unter Was ist ein Digitaler Produktpass?
Was mache ich, wenn meine Lieferanten keine Daten liefern?
Leg den Pass mit den Angaben an, die du schon hast, und ergänze den Rest, sobald er da ist. Der QR-Code ändert sich dabei nicht.
Was kostet es, mit Mapasso Pässe zu erstellen?
Mit dem Plan Free legst du bis zu 5 Pässe kostenlos an, mit allen Funktionen. Die anderen Pläne stehen unter Preise.